Lehrpläne Sport : Normatives vs. Empirisches

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Author:Stibbe, Günter
Published in:Sollen und Sein in der Sportpädagogik : Beziehungen zwischen Normativem und Empirischem
Published:Aachen: Shaker-Verl. (Verlag), 2009, S. 176-186, Lit.
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Compilation article
Media type: Print resource
Language:German
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU201007005478
Source:BISp

Abstract

An der Wirksamkeit deutscher Lehrpläne wird seit internationalen Leistungsvergleichsstudien immer wieder gezweifelt. Ein Wandel mit der Tendenz zu standardorientierten Kerncurricula und schuleigenen Lernplänen entwickelte sich, der Innovationen im Unterrichtsprozess und der Bildungspolitik hervorrufen sollte.Lehrpläne sind gesellschaftspolitisch gewollte Vorstellungen darüber, wie Schulen und Sportunterricht idealtypisch sein sollen. Sie sind programmatische Grundlage und Orientierung für den Lehrer, mit dem eine Absichterklärung und ein Planungskonzept verbunden sind. Das Problem der Lehrpläne besteht in ihrer nur begrenzten Steuerung, denn ihre Auslegung und Umsetzung ist individuell unterschiedlich und führt zu einer sog. Rekontextualisierung. Sie werden zur Unterrichtsstrategie, die dem Unterrichtsalltag angepasst ist. Entscheidenden Einfluss haben die Lernvoraussetzungen und –möglichkeiten. Neuere Lehrplantendenzen umfassen eine pädagogische Profilierung zum erziehenden Sportunterricht mit der Orientierung am Doppelauftrag. Der Lehrplan Nordrhein- Westfalens ist Vorbild dessen. Dieses ist bis heute mit Umsetzungsproblemen und erheblichem Professionalisierungsbedarf verbunden. Die Lehrpläne sollten sich im Sinne der Bewegungsfeldorientierung öffnen und flexiblere Gegenstandsbereiche beinhalten. Damit stehen sie künftigen Entwicklungen und örtlichen Spezifika wandlungsfähiger gegenüber. Bisher ist die Akzeptanz dessen noch nicht ausgereift.Auch die Gestaltungsspielräume der Schule und ihre schuleigene Lehrplanarbeit können durch verringerte Festlegungen und Verbindlichkeiten erweitert werden. Freiräume schaffen, so dass die Schulen ihr persönliches, selbstbestimmtes Profil entwickeln können. Eine arbeitsfähige Fachkonferenz ist daher unabdingbar, die Kooperation steht jedoch häufig noch auf Kinderbeinen. Letzte wichtige Tendenz ist die Standard und Kompetenzformulierung um der Forderung nach einheitlichen, outputorientierten Bildungsstandards nachzukommen. Nur damit lassen sich Rückschlüsse auf den Erfolg schulischer Maßnahmen ziehen. Diese fordern hohe Kompetenzen der Lernperson und sind bisher zu kurz gefasst um ein klares Bild zu entwickeln und etwaigen Unterrichtsproblemen aus dem Weg zu gehen. Mehr Erfolg versprechende Lehrplanumsetzungen sind daher mit veränderten Lehrplanentwicklungen verbunden, die die Lehrkraft mehr einbinden, die verständliche und prägnante Lehrpläne und günstige Rahmenbedingungen schaffen, sowie diese über Einführungsveranstaltungen dem Lehrenden näher bringen. von Oltersdorff-Kalettka