Sportartspezifische Leistungsdiagnostik im Schwimmen bei Triathleten

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Bibliographic Details
Author:Mueller, Rainer
Published:Ulm: 1995, 96 S., Lit.
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Book
Media type: Print resource
Language:German
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU199612201835
Source:BISp

Author's abstract

Untersucht wurden 9 gut trainierte Sportler der Sportart Triathlon, die drei Schwimmstufentests unterzogen wurden. Geklaert werden sollte, welcher Stufentest fuer die Belastungssteuerung am guenstigsten ist. Geprueft wurde ein Stufentest ueber 6 x 200 m, 6 x 300 m und 6 x 400 m mit einer Belastungsintensitaet von 70, 75, 80, 85, 90 und 100%. Waehrend der Belastung wurde durchgehend die Herzfrequenz mit einem wasserdichten Herzfrequenzmeszsystem (Sporttester) aufgezeichnet. Am Ende jeder Belastungsstufe wurde die Laktatkonzentration im Blut gemessen. Die Untersuchung fuehrte zu folgenden Ergebnissen: - Die Triathleten waren in der Lage, die abgestuften Zeitvorgaben mit geringen Abweichungen einzuhalten. - Erbrachte Schwimmleistungen im Becken sind auf die Leistungsfaehigkeit beim Schwimmen im Triathlonwettkampf uebertragbar. - Waehrend der Stufenbelastung steigt die Herzfrequenz linear an und zeigt keine Beziehung zur Laenge der Schwimmstrecke. - Die maximale Herzfrequenz lag bei allen drei untersuchten Distanzen durchschnittlich bei ca. 165 bis 169 Schl/min und unterschied sich nur im Zufallsbereich. - Die Herzfrequenzmessung ist in Verbindung mit der Laktatmessung im Bereich der aerob-anaeroben Schwelle zur Trainingssteuerung beim Schwimmen geeignet. - Die Messung der Laktatkonzentration zeigte bei allen drei Streckenlaengen ein parabelfoermiges Verhalten. Ueberraschenderweise war die Laktatkonzentration bei 70 und 75% der Bestleistung hoeher als bei 80% der Bestleistung. Als Ursache fuer diese Regulation wird eine ungenuegende Erwaermung vor der Belastung und ein laengeres Einschwingen des aeroben Stoffwechsels angesehen. - Die aerob-anaerobe Schwelle war beim 400 m-Test signifikant tiefer als beim 200 m-Test. Im Vergleich zum 300 m-Test lag dieser Unterschied im Zufallsbereich. Die Anwendung des 200 m-Tests zur Trainingssteuerung wuerde zu hohe Geschwindigkeiten fuer die Trainingsbelastung im aerob-anaeroben Uebergangsbereich bedeuten. Zur Trainingssteuerung ist der 400 m-Test am besten geeignet. - Die maximalen Laktatkonzentrationen, bei Messung sofort nach Belastungsende, bewegten sich zwischen ca. 5 und 7 mmol/l im Mittel und lagen beim 400 m-Test signifikant hoeher als beim 200 m-Test. Die Laktatkonzentrationen 3 min nach Belastungsende unterschieden sich nicht mehr zwischen den drei Streckenlaengen. - Die unerwartet hohen Laktatkonzentrationen auf den ersten beiden Belastungsstufen der Feldtests sind durch ungenuegende motorische Anpassung an das Bewegungsprogramm und durch zu niedrige aerobe Stoffwechselbelastung zu erklaeren. - Die Gestaltung der Anzahl der Belastungsstufen der Stufentests im Schwimmen fuer Sportler der Langzeitausdauersportart Triathlon ist abhaengig von der Leistungsfaehigkeit und kann bei leistungsschwaecheren Sportlern auf 4 bis 5 Stufen verkuerzt werden. Im Breitensportbereich ist eine Verkuerzung der Stufenlaenge auf 300 m moeglich. Verf.-Referat