Einfluss von Material und Gestaltung der körpernahen Bekleidungsschicht auf (Dis)Komfortvariablen und ausgewählte Leistungsparameter bei sportlichen Aktivitäten

Titel: Einfluss von Material und Gestaltung der körpernahen Bekleidungsschicht auf (Dis)Komfortvariablen und ausgewählte Leistungsparameter bei sportlichen Aktivitäten
Autor: Huber, Sandra
Format: Monografie
Medienart: Elektronische Ressource (online); Gedruckte Ressource
Dokumententyp: Dissertation; Graue Literatur
Sprache: Deutsch
Veröffentlicht: München: Technische Universität München / Fakultät für Sportwissenschaft / Fachgebiet Sportgeräte u. -materialien (Forschungseinrichtung), 2009, 316 S., Lit.
Schlagworte: Aktivität, körperliche; Bekleidung; Breitensport; Feldversuch; Fragebogen; Freizeitsport; Hauttemperatur; Kunststoff; Körperkerntemperatur; Körpertemperatur; Leistungsbeeinflussung; Leistungsfähigkeit, sportliche; Material; Materialeigenschaft; Materialprüfung; Polyester; Radsport; Sportaktivität; Sportbekleidung; Sporttechnologie; Untersuchung, vergleichende;
Erfassungsnummer: PU201008006503
Quelle: BISp
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Abstract

In der vorliegenden Studie wird am Beispiel des Radfahrens untersucht, ob und wenn ja inwieweit körpernah getragene Funktionsbekleidung ausgewählte physiologische Parameter beeinflusst, und wie die Komforteigenschaften dieser Kleidung von den Probanden beurteilt werden. Besonderes Augenmerk lag auf
dem Breiten- und Freizeitsport und nicht auf dem Leistungssportbereich. Zur Beantwortung dieser Fragen wurden ein Feldtest mit 20 Sportstudenten und ein kontrollierter Klimakammerversuch mit 12 männlichen Probanden durchgeführt. Im Feldversuch erfolgte der Vergleich zweier unterschiedlicher Shirts (Polyamid
Fahrradtrikot; winddichtes Polyestershirt). Es wurden zum einen die objektiven Parameter Herzfrequenz und Fahrtdauer aufgezeichnet, und zum anderen die subjektiven Empfindungen mittels Fragebogen, sowohl nach der Bergauf- als auch nach der Bergabfahrt abgefragt. In der Klimakammer wurden drei unterschiedliche Shirts (Polyamid Fahrradtrikot, winddichtes Polyestershirt, funktionell ausgerüstetes Baumwollshirt) bei
zwei verschiedenen, kontrollierten Umgebungsbedingungen (20°C und 30°C Umgebungstemperatur, jeweils 50% relative Luftfeuchtigkeit) untersucht. Messungen von Hauttemperatur, relativer Feuchte auf der Haut, Körperkerntemperatur, Herzfrequenz, Laktat wurden durchgeführt und Infrarotbilder aufgenommen. Zur subjektiven Bewertung gaben die Testpersonen während des Versuchs alle fünf Minuten ihre persönlichen Empfindungen zu Körperwärme, Körperfeuchte, Komfortempfinden und Belastungsgefühl mittels Borg Skala an. Nach Abschluss der Testfahrt wurde zusätzlich ein Fragebogen ausgefüllt (analog zum Feldversuch). Während des Feldversuchs ließen sich bezüglich der subjektiven Parameter eine Reihe von signifikanten Unterschieden zu Gunsten des winddichten Shirts nachweisen. Zusätzlich leiteten sich auch aus den nicht signifikanten Unterschieden weitere positive Tendenzen für das winddichte Material gegenüber dem Polyamidtrikot ab (Ausnahme: Passform). Bei den objektiven Parametern konnten keine Unterschiede bewiesen werden. Jedoch waren hier, im Gegensatz zu den subjektiven Bewertungen, positive Tendenzen in Richtung des Polyamidtrikots erkennbar. In dem Klimakammerversuch existierte bei den Empfindungen vor allem ein signifikanter Unterschied bezüglich des Tragekomforts. Hier schnitt das funktionell ausgerüstete Baumwollshirt deutlich schlechter ab als die beiden anderen Materialien. In der weiteren subjektiven Beurteilung durch den Fragebogen erhielt das Polyamidtrikot die besten Beurteilungen, das Baumwolltrikot
die schlechtesten. Lediglich in der Winddichtigkeit (bei 30°C Umgebungstemperatur) schnitt das winddichte Material besser ab als das Polyamidtrikot. Ein Test auf signifikante Unterschiede bei objektiven Parametern zeigte nur wenige Einflüsse des Materials auf die jeweiligen Parameter. Tendenziell schnitt die funktionell ausgerüstete Baumwolle auch hier am schlechtesten ab. Material und Gestaltung hatten auf die primären objektiven leistungsphysiologischen Parameter (Körperkerntemperatur, Herzfrequenz und absolute
Schweißrate) der Probanden ebenso wenig Einfluss wie auf die sekundären objektiven Parameter (Trinkmenge, Gewichtszunahme von Shirt und Hose). Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Ergebnisse aus dem Klimakammerversuch nicht mit denen des Feldversuchs decken. Während im Feldversuch das winddichte Polyestermaterial eine positive Tendenz aufweist und ein deutlicher Unterschied im Gesamturteil nachgewiesen werden kann, ergeben sich in der Klimakammer keine eindeutigen Unterschiede zwischen dem Shirt aus Polyamidfaser und dem winddicht verarbeiteten Polyester. Allein
das funktionell ausgerüstete Baumwollshirt fällt in der Beurteilung gegenüber den beiden anderen Shirts deutlich ab. Verf.-Referat

Abstract

The aim of the presented study is to investigate whether different “next to skin” worn functional textiles have an influence on specific physiological parameters and on subjective comfort evaluations. Only short sleeved shirts made of different materials and different cuts (designs) are compared. The investigation is done on cycling activities, focused on leisure and not on competition activities. To answer the questions mentioned above two experimental tests are performed: a field trial with 20 sport students and a controlled climatic chamber test with 12 male subjects. In the field trail two different shirts are compared (polyamide bike shirt vs.
windproof polyester shirt). Heart rate and driving time are recorded as objective parameters. The sensations of the subjects are documented by scientific questionnaires separately after uphill and downhill ride. In the climatic chamber a cycling ergometer test is performed to investigate the polyamide bike shirt, the windproof polyester shirt and a modified cotton shirt in two different environmental conditions at 20°C and 30°C (each at 50% relative humidity). Skin temperature, relative humidity on skin, core temperature, heart rate and lactate is recorded and additionally IR-pictures are taken. For the assessment of the subject’s sensations they are asked to note their perception of body heat, body wetness, comfort and work strain (based on Borg scale)
every five minutes during the test. Furthermore a questionnaire similar to that of the field trial is handed out afterwards. The results of the field trial show only low significant influences in favour of the windproof shirt concerning the subjective parameters. Furthermore there are additional positive but not significant tendencies supporting although the windproof shirt. For the objective parameters no significant influences can be detected. However data shows here an advantage of the polyamide shirt compared to the windproof shirt that means a discrepancy to the subjective findings. The results of the experiment in the climatic chamber show significant differences concerning the wear comfort in such a way, that the functional cotton shirt is constantly rated worser (with one exception) than the other tested materials. In the remaining subjective data predominantly the polyamide tricot gets the best assessments while the cotton shirt is evaluated worst again.
Exclusively for the windproofness (in 30°C surrounding) the windproof material is rated better than polyamide. The test of significance for the objective parameters reveals only little influence of the material but the tendency of disadvantage of the cotton shirt is identifiable as well. Just as little significant influences of the materials and design of the shirts can be figured out for the primary physiological performance parameters (core temperature, heart rate and absolute sweat rate) as well as for the secondary objective parameters
(drinking mass, weight gain from shirt and trousers). In conclusion the results of the climatic chamber trial are not completely similar to the field test results. During the field trial a positive trend and an explicit positive difference in the overall result could be demonstrated in favour of the windproof polyester material compared to polyamide. In the climatic chamber test there are no definite differences between shirts of polyamide yarn and the windproof processed polyester. Solely the modified cotton shirt fails clearly in the assessment of the subjects. Verf.-Referat

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