Duale Laufbahnen von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern : Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Britta Katharina Dassler, Stephan Thomae, Dr. Marcel Klinge, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP ; BT-Drucksache 19/8839

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Bibliographic Details
Published:Berlin 2019
Editor:Deutschland / Deutscher Bundestag; Deutschland / Bundesministerium des Innern
Format: Internet resource (Database Fachinfoführer Sport)
Media type: Electronic resource (online)
Document Type: Official publication
Data type:pdf
Type of organisation:Amtliche Körperschaften und Organisationen
Extend:16 S.
Language:German
Keywords:
Online Access:
Identification number:WE020190400017
Source:BISp

Abstract

Antwort der Bundesregierung vom 29.03.2019 auf die 31 Fragen der Fraktion der FDP vom 13.03.2019 (BT-Drucksache 19/8295).

Vorbemerkung der Fragesteller
Die Vereinbarkeit von Spitzensport und akademischer oder beruflicher Ausbildung stellt insbesondere für junge Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ein großes Problem dar: Intensives und zeitaufwendiges Sporttraining lässt oft wenig Zeit für eine parallele Ausbildung oder ein paralleles Studium. Laut internationalen Forschungen zieht sich jedes Jahr ein Drittel der betroffenen Sportlerinnen und Sportler im Alter von zehn bis 17 Jahren weltweit aus dem Sport zurück, da sie der Ansicht seien, der Sport nähme sie zu sehr in Anspruch und halte sie davon ab, Lernziele wie Ausbildung oder Studium zu verfolgen (http://ec.europa.eu/assets/eac/sport/library/documents/dual-career-guidelinesfinal_de.pdf, Seite 6). Scheidet ein Spitzensportler dann altersbedingt aus dem Sport aus, hat er es mangels abgeschlossener Ausbildung bzw. Studium schwer, einen Arbeitsplatz zu finden (www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/studiumund-spitzensport-hochschulmeister-im-spagat-14892600.html). Eine Vereinbarkeit von Beruf und Sport ist nicht nur für die Athletinnen und Athleten selbst wichtig, sondern auch für die Zukunft des deutschen Spitzensports, da sich auf diese Weise die Zahl der potenziellen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler reduziert. Im Jahr 2013 veröffentlichte die EU-Kommission eine umfassende Leitlinie zu dualen Laufbahnen von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern, worin sie den EU-Mitgliedstaaten Maßnahmen vorschlägt, um Spitzensportkarriere und Ausbildung besser vereinbar zu machen (http://ec.europa.eu/assets/eac/sport/library/documents/dual-career-guidelines-final_de.pdf). Es ist daher aus Sicht der Fragesteller dringend notwendig, die Vereinbarkeit von Bildung und Sport deutlich zu verbessern. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Wahlperiode verpflichtet sich die Bundesregierung darauf, die Förderung der dualen Ausbildung im Sport in den Mittelpunkt zu stellen. Seitdem blieb die Bundesregierung aber aus Sicht der Fragesteller untätig.

Vorbemerkungen der Bundesregierung
Aufgabe unserer Gesellschaft ist es, Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, die im Sinne und für unsere Gemeinschaft sportliche Spitzenleistungen erbringen. Das Spitzensportsystem und seine Partner aus Politik und Wirtschaft, auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, haben die Pflicht und Verantwortung, jungen Menschen, die sich für den Spitzensport entschieden haben und damit auch viel Mühsal und Entbehrung auf sich nehmen, Fürsorge zukommen zu lassen. Dazu gehört es, diesen Athletinnen und Athleten, die vorbildlich für gemeinsame Werte unserer Gesellschaft einstehen und durch ihre Erfolge Deutschland weltweit in hervorragender Weise repräsentieren, während und nach dem Sport Möglichkeiten zu bieten, die den späteren Einstieg in eine berufliche Zukunft erleichtern. Unserer Gesellschaft obliegt deshalb eine besondere Verantwortung für die Athletinnen und Athleten. Die Bundesregierung nimmt diese Verantwortung an und hat u. a. die Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt der Leistungssportreform gestellt. Die Themen „Verbesserung der Dualen Karriere, Athletenförderung und -absicherung“ sind wesentliche Elemente des Konzepts „Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung“. Es sollen bestmögliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ein Training auf Hochleistungsniveau ermöglichen. Die Duale Karriereplanung und insbesondere auch die nachaktive Karriere von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern ist dabei ein wichtiger Baustein im Gesamtgefüge. Gemeinsam mit den Ländern, den Hochschulen, Unternehmen und dem organisierten Sport selbst, gilt es, die Spitzensportkarriere durch berufliche Bildung abzusichern. Die Aktivitäten des Bundes beschränken sich hierbei nicht nur auf die staatlichen Sportförderstellen, sondern beziehen das Ermöglichen alternativer Karrierewege mit ein.