Psychische Gesundheit von Trainern : eine Interventionsstudie

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Author:Zepp, Christian; Sulprizio, Marion; Schaffran, Paul; Kellmann, Michael; Kleinert, Jens
Published in:Impulse
Published:24 (2019), 1, S. 20-27
Format: Publications (Database SPOLIT)
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Online Access:
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abstract Trainer liefern täglich Höchstleistungen ab und sind zahlreichen Stressoren ausgesetzt. Sie müssen Auswahlsituationen bewältigen, kurzfristig Entscheidungen fällen und Probleme lösen, die die Leistungen ihrer Athleten beeinflussen. Gleichzeitig müssen sie ihren eigenen emotionalen und psychischen Zustand so regulieren, dass sie stets auf optimalem Level agieren können. Entsprechend ist der Burnout im Leistungssport seit fast drei Jahrzehnten ein Thema der Sportwissenschaft. Die bisherigen Studien im Bereich des Trainerburnouts fokussierten auf das Stressempfinden von Trainern sowie den Zusammenhang von soziodemographischen (z. B. Alter, Geschlecht) und sportspezifischen (z. B. Sportart, Leistungslevel) Variablen mit der Ausprägung von Burnoutsymptomen. Fasst man die aktuelle Forschungslage zusammen, so lässt sich festhalten, dass eine Vielzahl an Faktoren zur Entstehung von Trainerburnout beitragen. Die theoretischen Konzepte zur Erfassung dieser Faktoren sind überwiegend stresstheoretisch ausgerichtet bzw. orientieren sich auf Symptomatikebene an den drei Faktoren des Maslach-Burnout-Inventars (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung, reduzierte Leistungszufriedenheit). Bei der Entwicklung von Interventionen zur Burnoutprävention sollte daher der Schwerpunkt verstärkt auf Risikofaktoren gelegt werden. Im Rahmen eines Verbundprojekts der Ruhr-Universität Bochum und der Deutschen Sporthochschule Köln wurden zunächst Risikofaktoren für Burnout in Frühstadien identifiziert. Darauf aufbauend wurden konkrete Maßnahmen zur Burnoutprävention bei Trainern entwickelt, erprobt und evaluiert. In der hier vorgestellten Studie wurde untersucht, ob und wie sich zwei unterschiedliche Interventionsmaßnahmen auf das Wohlbefinden, Burnouterleben und das Depressionsrisiko von Trainern auswirken. In der Studie wurden die Effekte von zwei Interventionsformen untereinander und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Vor und nach den durchgeführten Interventionen wurden Fragebögen zur Erfassung des Burnout und weiterer psychologischer Faktoren eingesetzt. Die Ergebnisse der Interventionsstudie zeigen, dass die Workshops und Einzelbetreuungen zu einigen kurz- und mittelfristigen Verbesserungen bei den identifizierten Risikofaktoren sowie einer Risikoreduktion, eine Depression zu entwickeln, führen. Unterschiede zwischen den verschiedenen Interventionsgruppen konnten nicht nachgewiesen werden. Damit gibt es auch keinen Hinweis darauf, dass es bedeutsam ist, ob Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit als Workshop oder als Einzelbetreuung durchgeführt werden. Angesichts der relativ kleinen Untersuchungsgruppe lassen sich in der vorliegenden Studie jedoch nur relativ große Unterschiede zwischen Workshop und Einzelbetreuung ausschließen – kleinere Unterschiede sind durchaus denkbar. Wichtiger als die Form der Betreuung scheint allerdings, dass überhaupt eine Intervention angeboten wird, da sich unabhängig von der Methode positive Auswirkungen einer Betreuung auf die psychische Gesundheit bei Trainern gezeigt haben. Die Ergebnisse der Interventionsstudie zeigen darüber hinaus, dass eine Betreuung von Trainern mit vergleichsweise wenig Aufwand (z. B. durch kurze Telefongespräche) zu positiven Effekten auf die psychische Gesundheit führen kann. Daher sollten Sportverbände sowohl in der Traineraus- und -weiterbildung, als auch in der langfristigen Begleitung ihrer Trainer entsprechende Maßnahmen integrieren und anbieten. Um einen möglichst großen Effekt auf die psychische Gesundheit von Trainern zu haben, sollten entsprechende Angebote nicht in oder unmittelbar nach Ferienzeiten durchgeführt werden, um einer verzerrten Wahrnehmung des Belastungs- sowie Beanspruchungszustands und dadurch idealisierten Angaben zum Wohlbefinden, Burnouterleben und Depressionsrisiko, vorzubeugen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass sich die Integration einer aktiven Gesundheitsförderung und Primärprävention bei Trainern positiv auswirkt und so auch zu funktionsfähigen Trainer-Athlet-Beziehungen beitragen kann. Schiffer (unter Verwendung wörtlicher Textpassagen)
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