Schulsport 2020 : die Deutsche Sporthochschule in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Saved in:
Bibliographic Details
Author:Wolf, Julia; Kleinert, Jens
Published in:Impulse
Published:22 (2017), 2, S. 6-11
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Journal article
Media type: Print resource Electronic resource (online)
Language:German
ISSN:2192-3531
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU201711009975
Source:BISp

Abstract of BISp

Im Kreise aller QLB-Projekte nimmt das Projekt Schulsport 2020 eine Sonderstellung ein, weil es das einzige Vorhaben ist, welches schwerpunktmäßig ein Schulfach thematisiert. Der Grund hierfür ist, dass das Schulfach Sport in inhaltlicher, methodisch-didaktischer und räumlicher Hinsicht im Vergleich zu anderen Schulfächern eine besondere Rolle einnimmt. Die Besonderheit des Fachs zeigt sich gemäß aktueller Lehrpläne auch im Doppelauftrag der „Erziehung zum Sport“ und der „Erziehung durch Sport“. Nicht zuletzt aufgrund dieses Doppelauftrags sind Sportlehrerinnen und Sportlehrer mit besonderen Beanspruchungen (Stresszuständen) und Belastungen konfrontiert. Zusätzlich verlangen die einzigartige Körperorientierung des Schulsports, die spezifischen Unterrichtsorte (Sporthallen, -plätze, Schwimmbäder), die stark divergierenden Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und die mitunter mangelnde Wertschätzung des Schulfachs Sport im Kollegium gerade von Sportlehrkräften besondere eigene Ressourcen zum Umgang mit Stress, Belastung und Konflikten. Daher ist das Thema LehrerInnenstress eines von drei zentralen Arbeitsthemen in Schulsport 2020. Die beiden weiteren Arbeitsthemen ergeben sich aus zentralen, gesellschaftlichen Herausforderungen der aktuellen Zeit. Dies ist zum einen der seit den 80er Jahren vermehrt auftretende Bewegungsmangel der Schülerinnen und Schülern, der hauptverursachend unbefriedigenden Motivierungsstrategien zugeschrieben werden kann. Zum anderen wird von Sportlehrkräften ein besonderes Kompetenzprofil im Bereich des Einbeziehens der gesamten Schülerschaft gefordert, was aufgrund der Einführung der Inklusion an Schulen und der damit einhergehenden zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft zu besonderen Herausforderungen führt. Aus der beschriebenen Situation ergeben sich drei Zielorientierungen: 1. Sportlehrkräfte benötigen Kompetenzen zum Umgang mit verschiedenen Heterogenitätsdimensionen und zur Förderung von Inklusion in einer auf Vielfalt und Chancengerechtigkeit ausgerichteten Gesellschaft. 2. Sportlehrkräfte brauchen vermehrt Kompetenzen zur schülerseitigen Aktivierung und Motivierung zu körperlicher Aktivität. 3. Angesichts der hohen Ansprüche an Sportlehrkräfte benötigen diese Selbstregulierungskompetenzen, um mit den Anforderungen und hieraus entstehenden Stresssituationen im Schulalltag umgehen zu können. Diese Zielorientierungen implizieren Konzepte und Lehr-/Lernwerkzeuge, die sowohl in der universitären LehrerInnenbildung als auch in der zweiten und dritten Phase der LehrerInnenbildung nutzbar sein sollen. Um diese Produkte zu entwickeln und in das bestehende (Aus-)Bildungssystem von Sportlehrkräften zu integrieren, sieht das Gesamtprojekt eine viergliedrige Arbeitsstruktur vor, die sich zudem in allen drei Kompetenzprofilen (d. h. Heterogenität/Inklusion, Bewegungsförderung/ Motivation, Lehrer/innenstress) wiederfindet: 1. Bestandsaufnahme, 2. Entwicklungsphase, 3. Erprobung und Evaluation, 4. Nachhaltigkeit und Transfervorbereitung. Die bisher erfolgten übergreifenden Aktivitäten und erste Ergebnisse im Projekt Schulsport 2020 lassen sich grob fünf Bereichen zuordnen: (a) Feldanalysen als Grundlage zur Entwicklung von Lehr-/Lernwerkzeugen; (b) Entwicklungen im Bereich der Lehr-/Lernwerkzeuge; (c) Aufbau von grundlegenden Strukturen und Prozessen; (d) Profilierung und Verbesserung der Sichtbarkeit der Sportlehramtsausbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln; (e) Transferstrategien. Die nächsten Arbeitsschritte des Projekts zielen insbesondere auf die weitere Analyse der gewonnen Daten und die Konkretisierung von Produkten ab. Erste konzipierte Produkte sollen ab Ende 2017 evaluiert und für den Transfer innerhalb und außerhalb der Hochschule vorbereitet werden. In diese Arbeiten gehen auch die Ergebnisse der Akteursanalysen sowie die Inhaltsanalysen der Modulhandbücher anderer deutscher Hochschulen ein. Entscheidend für die Nachhaltigkeit und den Transfer der Erkenntnisse und Produkte sind jedoch der weitere Ausbau von Kommunikationsnetzwerken und die Vorbereitung der zukünftigen Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen und den Trägern der zweiten und dritten Phase der SportlehrerInnenbildung. (Schiffer unter Verwendung wörtlicher Textpassagen)