„Höher, schneller, weiter?“ Ein kritischer Blick auf den Impact Factor als Beurteilungsmaß in der Wissenschaft

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Bibliographic Details
Author:Loffing, Florian
Published in:Ze-phir
Published:19 (2012), 2 (Publizieren), S. 11-17, Lit.
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Journal article
Media type: Electronic resource (online) Print resource
Language:German
ISSN:1438-4132, 1617-4895
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU201308005660
Source:BISp

Abstract

Die Förderung des sportwissenschaftlichen Nachwuchses beinhaltet u. a. das frühzeitige Heranführen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern an das Erstellen von wissenschaftlichen Beiträgen zur Veröffentlichung inklusive der damit verbundenen, teils langwierigen und frustrierenden Prozesse (z. B. Ablehnungs- und Überarbeitungsverfahren). Dies erscheint nicht nur wichtig, um den Schreib- oder Argumentationsstil zu schulen oder sich mit den unterschiedlichen Anforderungen von Zeitschriften vertraut zu machen, sondern allgemein auch angesichts des Wettbewerbs zwischen den Zeitschriften um die „besten" Beiträge. Promovierende oder Habilitierende, die eine kumulative Qualifikationsarbeit anstreben, müssen sich zwangsläufig intensiv und frühzeitig mit Publikationsstrategien und -prozessen auseinandersetzen. Ein in den letzten Jahren im Zuge der Diskussionen um Hochschulrankings, leistungsbezogene Mittelvergaben oder die Besetzung von (Leitungs-)Stellen zunehmend in den Fokus gerückter Aspekt betrifft die Vermessung der wissenschaftlichen Qualität und Produktivität. In diesem Kontext spielt das Publizieren insofern eine bedeutsame Rolle, als versucht wird, die Forschungsleistung u. a. über das Publikationsverhalten zu quantifizieren und daran orientiert Wissenschaftler, Arbeitsgruppen, Institute oder Hochschulen in eine Rangfolge zu bringen. Die individuellen Statistiken der heutigen Wissenschaftsathletinnen und -athleten sollten stimmen, um im Wettbewerb um begrenzt verfügbare Stellen als auch bei der Einwerbung von Drittmitteln (z. B. bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft) konkurrenzfähig zu sein. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diversen Statistiken scheint daher aus einer strategischen, die eigene Karriereplanung betreffenden, Perspektive sinnvoll. Gleichzeitig sollte nicht vergessen werden, kritisch zu hinterfragen, ob die zur Vermessung herangezogenen Maße tatsächlich das halten, was man sich von ihnen verspricht. Vor dem Hintergrund der hohen „Popularität des Impact Factors als Evaluationsmaß zielt dieser Beitrag auf dessen Erläuterung und kritische Einordnung im Kontext der Beurteilung von wissenschaftlicher Qualität. Dies geschieht unter folgenden Kapitelüberschriften: 1. Der „Impact Factor" (1F); 2. Verwendungszweck und Berechnungsvorschrift; 3. Vergabe eines Impact Factors an Zeitschriften; 4. Kritik an der Berechnungsvorschrift und Anfälligkeit gegenüber Manipulationen; 5. Der Impact Factor: Ein geeignetes Maß zur Beurteilung individueller wissenschaftlicher Qualität? Diese Frage betreffend stellt Verf. zusammenfassend fest: Der Impact Factor eignet sich trotz offensichtlicher Limitierungen zur Einschätzung des Prestiges und der Qualität wissenschaftlicher Zeitschriften — allerdings innerhalb von Wissenschaftsdisziplinen und nicht darüber hinaus. Er eignet sich nicht zur Einschätzung der Qualität einzelner Beiträge. Er eignet sich nicht zur Einschätzung der Qualität (der Arbeiten) einzelner Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler. Schiffer (unter Verwendung wörtlicher Textpassagen)