Verfahren zur Überprüfung der Haltungsregulation respektive der posturalen Subsysteme

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Bibliographic Details
Author:Schwesig, Rene
Published in:Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen : aktuelle Beiträge zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt
Published:Hamburg: Feldhaus, Edition Czwalina (Verlag), 2010, S. 118-132, Lit.
Editor:Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Compilation article
Media type: Print resource
Language:German
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU201007005364
Source:BISp

Abstract

Die aufrechte Körperhaltung stellt eine motorische Grundkategorie dar, die sich bisweilen der bewussten Steuerung entzieht. Das diese dennoch auf komplexen Mechanismen beruht, die ständig den Einfluss der Schwerkraft auf den menschlichen Körper regulieren, wird erst beim Ausfall einzelner posturaler Subsysteme evident. Um die Körperhaltung und insbesondere den ihr zugrunde liegenden Prozess der Haltungsregulation beurteilen und quantifizieren zu können, werden sportmotorische/klinische (Matthias Test; Haltungsindex nach Fröhner etc.) und apparative Verfahren (Posturographie; Dreidimensionale Rückenvermessung etc.) verwendet, wobei zur Reliabilität und Validität kaum hochwertige systematische Untersuchungen vorliegen. Aus testmethodischer Sicht problematisch sind des Weiteren das ordinale/nominale Skalenniveau, die Praktikabilität und Anwendbarkeit, der Einfluss von Lerneffekten, der Schwierigkeitsgrad von Testaufgaben, die Generalisierbarkeit der Testergebnisse und Alters- und Zielgruppenlimitierungen der Tests. Alle bekannten Messverfahren erfassen bestimmte Teilaspekte des posturalen Systems, die für eine Aussage genau definiert sein müssen. Dabei handelt es sich entweder um Korrelate des afferenten Inputs, der zentralnervösen Reizverarbeitung oder des motorischen Outputs. Was fehlt ist ein Testdesign, dessen Schwierigkeitsgrad so bemessen ist, dass die Testaufgaben von jeder Person, unabhängig vom Alter, Geschlecht und Leistungsstand, zu lösen sind. Andererseits muss dieses Testdesign so sensitiv sein, (posturale) Leistungsunterschiede sichtbar machen zu können und konkrete Aussagen zur Leistungsfähigkeit der posturalen Subsysteme liefern. Erst dann lassen sich aus der posturalen Diagnostik nützliche Informationen für eine zielgerichtete Gestaltung des Trainings- bzw. Rehabilitationsprozesses gewinnen und wird aus einer reinen Zustandsbeschreibung eine fundierte Prozessanalyse. Diesbezüglich stellt sich die Situation im sportwissenschaftlichen und klinischen Bereich derzeit noch defizitär dar. Verf.-Referat