"Soziale Talente" - Bedingungen sozialen Engagements von Mädchen und Jungen in Sportvereinen

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Author:Cachay, Klaus; Piepgras, Daniela; Schröder, Désirée
Published in:Fußball in Geschichte und Gesellschaft : Tagung der dvs-Sektionen Sportgeschichte und Sportsoziologie vom 29.9.-1.10.2004 in Münster
Published:Hamburg: Czwalina (Verlag), 2006, S. 191-199, Lit.
Research institution:Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft / Sektion Sportgeschichte; Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft / Sektion Sportsoziologie
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Compilation article
Media type: Print resource
Language:German
Keywords:
boy
Online Access:
Identification number:PU200606001311
Source:BISp

Abstract

Hinsichtlich der Förderung sozialen Engagements kann dem organisierten Sport ein durchaus höheres Potenzial als anderen feiwilligen Vereinigungen bescheinigt werden. Sein förderndes Potenzial liegt vor allem darin begründet, dass die Mitgliedschaft im Sportverein über die vielfältigen sozialen Kontakte hinaus durch aktive Mitarbeit auch das Einüben von Demokratie und Selbstorganisation ermöglicht und somit Kompetenzen wie Gemeinwohlorientierung, Solidarität, Selbst- und Fremdverantwortung vermitteln kann. Insbesondere die hohe Anzahl an Kindern und Jugendlichen ist für den organisierten Sport in besonderem Maße bedeutsam, denn darin liegt sein enormes gesellschaftliches Kapital. Entsprechend stellt die Förderung des freiwilligen Engagements von Jugendlichen ein gewinnbringende Investition sowohl für die Organisationen als auch für die Gesellschaft insgesamt dar. Trotz hoher Mitgliedszahlen scheint es jedoch schwierig, freiwilliges Engagement von Jugendlichen zu mobilisieren und zu fördern. Deshalb soll im Rahmen des Forschungsprojekts „Soziale Talente“ herausgearbeitet werden, warum die prinzipielle Bereitschaft nicht in tatsächlichem Engagement mündet. Entsprechend lautet die zentrale Fragestellung des Projekts: „Welche Bedingungen fördern bzw. behindern die ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeit von Mädchen und Jungen in Sportvereinen?“ Im Rahmen des Projekts wurden im Winter 2003/04 insgesamt 80 Interviews in vier ausgewählten Vereinen geführt. Verf. zeigen zunächst den theoretischen Hintergrund der Untersuchung auf und beleuchten bzw. erläutern daran anschließend ein zentrales Problem jugendlichen Engagements: das Problem der Akzeptanz. Im Fazit formulieren sie einige grundlegende Voraussetzungen für die Vereinspraxis: Jugendliches Engagement setzt strukturell verankerte Möglichkeiten der Mitarbeit voraus, denn sie sind die Bedingung der Möglichkeit jugendlichen Handelns. Dies ist allerdings nicht ausreichend. Es ist darüber hinaus wichtig, dass ihnen in ihrem Engagement Akzeptanz durch die Erwachsenen vermittelt wird. Dabei bleibt Akzeptanz allerdings immer ein Phänomen der Interaktion, das die Beziehung zwischen Erwachsenen und Jugendlichen kennzeichnet. Die Fähigkeit, Akzeptanz zu vermitteln, ist folglich nicht einfach zu erwerben oder gar zu installieren, bleibt aber Grundvoraussetzung dafür, dass es sich eben nicht nur um „Jugendarbeit“ handelt. Schiffer (unter Verwendung wörtlicher Textpassagen)