Mädchen im Straßenfußball: Herausforderungen und Implikationen

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Bibliographic Details
Author:Borkovic, Vladimir
Published in:Fußball in Geschichte und Gesellschaft : Tagung der dvs-Sektionen Sportgeschichte und Sportsoziologie vom 29.9.-1.10.2004 in Münster
Published:Hamburg: Czwalina (Verlag), 2006, S. 123-129, Lit.
Research institution:Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft / Sektion Sportgeschichte; Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft / Sektion Sportsoziologie
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Compilation article
Media type: Print resource
Language:German
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU200606001305
Source:BISp

Abstract

Eine der leitenden Zielperspektiven des seit dem Jahre 2000 in Brandenburg laufenden Projekt „Straßenfußball für Toleranz“ besteht darin, durch die geschlechtergemischte Zusammensetzung der Teams die „aktive Integration der Mädchen und jungen Frauen“ zu fördern. Um das Mitspielen der Mädchen und ein möglichst kontinuierliches Engagement zu „sichern“, wurde die konstitutive Spielregel eingeführt, dass die Tore des Teams bzw. die von den Jungen erzielten Tore erst dann zählen, wenn auch die Mädchen mindestens ein Tor während des Spiels geschossen haben. Das Fußballspielen im Projekt „Straßenfußball für Toleranz“ weicht somit in doppelte Hinsicht vom „Normalitätsmuster Fußball“ ab: Mädchen beteiligen sich an einer „Männersportart“ und Mädchen und Jungen spielen in geschlechtergemischten Teams. Durch die Einbindung der Mädchen in den „Straßenfußball“ werden die Spiele langsamer und technisch und taktisch „einfacher“. Zugleich aber werden die Aggressionen und die „Brutalität“ aus den Spielen herausgenommen, die beim „normalen“ Fußballspielen (Jungen gegen Jungen) nicht selten vorkommt. Verf. gelangt zu der Einschätzung, dass die Wirkungen der Mädchen-Regeln gar nicht überschätzt werden können. Im Zusammenspielen von Jungen und Mädchen wird die Erfahrung vermittelt, dass 1. man Fußball auch ganz anders, nämlich weniger aggressiv, „friedlicher“ spielen kann, 2. dass das Fußballspielen auch dann nicht langweilig wird, wenn Teilnehmer/-innen mit unterschiedlichen fußballerischen Kompetenzen zusammen spielen, dass 3. sowieso manche Mädchen durchaus mit den Jungen mithalten können und dass 4. auch ein so geregeltes Fußballspielen durchaus Spaß machen kann. Schiffer (unter Verwendung wörtlicher Textpassagen)