Zuschauer und Mediensport

Titel: Zuschauer und Mediensport
Autor: Strauß, Bernd
Erschienen in: Mediensport : Ein einführendes Handbuch
Format: Sammelwerks­beitrag
Medienart: Gedruckte Ressource
Sprache: Deutsch
Veröffentlicht: Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren (Verlag), 2002, S. 151-171, Lit.
ISBN: 3896765582; 9783896765581
Schlagworte: Fan; Fernsehen; Identifikation; Kommunikationswissenschaft; Massenmedium; Selbstdarstellung; Sportberichterstattung; Sportsoziologie; Sportveranstaltung; Zuschauerverhalten;
Erfassungsnummer: PU200311002694
Quelle: BISp
Gespeichert in:

Abstract

In der dreitausendjährigen Geschichte des Sportzuschauers fand das Zuschauen in der Regel direkt vor Ort statt. Erst seit jüngerer Zeit kann Sport auch über die verschiedenen Massenkommunikationsmittel rezipiert werden. Die klassischen Sportarten in einer Gesellschaft, die sowieso schon die Zuschauermassen angezogen haben, haben ihren festen Platz in den Medien. Folgende Motive, Sportsendungen anzuschauen, konnten bei einer Befragung von Fernsehzuschauern ausgemacht werden: Fanship Dimension, Learning Dimension, Release Dimension, Companionship Dimension und Filler Dimension. Als Zuschauer nach ihrer Motivation, Sportveranstaltungen zu besuchen, befragt wurden, ergaben sich folgende Dimensionen: Gruppenanbindung, Familie, Ästhetik, Selbstwert, Ökonomie, Spannung, Flucht und Unterhaltung. Die Gründe, dass Menschen sich ein Sportereignis live vor Ort bzw. vor dem Fernsehbildschirm anschauen, unterscheiden sich nicht erheblich. Fans richten ihre soziale Identität ganz oder zu einem großen Teil nach den Anforderungen, die die Gruppe, zu der man sich zugehörig fühlt, vermeintlich stellt. Identifikation bezeichnet den Prozess, mit dem diese Verbindung aufgebaut, aufrechterhalten und gezeigt wird. Da Sportveranstaltungen eine gute Plattform für die Selbstpräsentation von Menschen bieten, kann das Motiv der Selbstdarstellung ein Grund sein, warum Menschen Sportveranstaltungen besuchen. Der Grund für dieses Bedürfnis liegt in dem Anbindungs- und dem Machtmotiv. Das Anbindungsmotiv ist eng mit der Identifikation einer Person verbunden. Es gibt verschiedene Taktiken, mit denen Personen Selbstdarstellung betreiben können. Eine bei Sportzuschauern sehr beliebte Taktik ist das "Basking in reflected glory" (kurz BIRG: "Sich im Ruhme anderer sonnen"). Eine weitere Taktik von Zuschauern zur positiven Selbstdarstellung ist das CORFing ("Cutting off reflected Failure"). Die Richtung der Stimmungen von Fans werden besonders durch den Ausgang des Wettkampfs beeinflusst: Nach Siegen ihres Fanobjekts zeigen Personen mit hoher Identifikation vermehrt positive Emotionen und nach Niederlagen vermehrt negative Emotionen. Zuschauer sind der Überzeugung, dass sie das sportliche Geschehen durch ihr Verhalten beeinflussen können. Weinke

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