Wir spielen unser eigenes Spiel. Maedchen im koedukativen Sportunterricht

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Bibliographic Details
Author:Scheffel, Heide
Editor:Buschmann, Mechtild; Kröner, Sabine
Published in:Frauen in Bewegung : der feministische Blick auf Sporttheorie, Sportpraxis und Sportpolitik ; Dokumentation des ersten feministischen Seminars in Bielefeld 1987
Published:Ahrensburg: Czwalina (Verlag), 1988, S. 41-57, Lit.
Format: Publications (Database SPOLIT)
Publication Type: Compilation article
Media type: Print resource
Language:German
ISBN:3880201846
Keywords:
Online Access:
Identification number:PU198807010566
Source:BISp

Abstract

Die Feministinnen stellen die Koedukation im Sportunterricht radikal in Frage, weil auf allen Ebenen der Institution Schule nach Geschlechtern unterschieden wird, was in der Regel in einer Benachteiligung der Maedchen und Frauen endet. Verf. untersucht das Beziehungsgefuege Sportunterricht aus der Sicht der Maedchen. 23 Maedchen im Alter von 12-15 Jahren wurden mit folgenden Fragen konfrontiert: 1) Wie erleben die Maedchen sich, die Jungen und die Lehrpersonen im Sportunterricht? 2) Welche Beziehungen haben sie zu- und miteinander? 3) Ist ihre Koerperlichkeit ein Problem fuer sie im Sportunterricht? 4) Wie schaetzen sie ihre sportmotorische Leistungsfaehigkeit ein? Die Ergebnisse werden tabellarisch dargestellt. Folgende vier Anhaltspunkte fuer eine rollenkonforme Verstaerkung durch den derzeitigen Sportunterricht konnten erhoben werden: 1. Maedchen werden offen und versteckt mit Sexismus konfrontiert, 2. Maedchen erleben sich sportmotorisch schlechter als Jungen, 3. Maedchen fuehlen sich ungleich behandelt, 4. Maedchen aeussern den Wunsch, manchmal lieber ein Junge zu sein. Diese vier Anhaltspunkte zeigen deutlich, dass der derzeitige koedukative Sportunterricht eine positive Entwicklung des Koerper- und Selbstbildes verhindert. Verf. sieht sich in der Annahme bestaetigt, dass der koedukative Sportunterricht die Verinnerlichung patriarchaler Werte und Strukturen foerdert und die Geschlechter in den rollentypischen Verhaltensweisen bestaerkt. Schiffer