Psychological Skills Training (PST) im deaflympischen Spitzensport: Analyse und Optimierung sportpsychologischer Betreuungsarbeit bei hörgeschädigten Spitzenathleten

Sprache: Deutsch
Leiter des Projekts Prof. Dr. Schliermann, Rainer Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (Tel.: 0941/943-9233, rainer.schliermann at oth-regensburg.de)
Beteiligte Institutionen: Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (Forschungseinrichtung)
BMI/BISp (Aktenzeichen: 070401/19-20) (Finanzierung)
Projektlaufzeit: 01/2019 - 12/2020
Schlagworte: Analyse; Behindertensport; Behinderung, körperliche; Betreuung; Betreuung, psychologische; Betreuung, wissenschaftliche; Gehörlosensport; Gehörlosigkeit; Hochleistungssport; Hörbehinderung; Leistungssport; Psychologie; Sport mit Sondergruppen; Sportpsychologie; Training, psychologisches; Training, sportliches; Trainingsbetreuung; Trainingsoptimierung; Wettkampfbetreuung
Erfassungsnummer: PR020181200136
Quelle: profi - Projektinformationssystem
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Ziel

Das Forschungsprojekt analysiert die Anwendbarkeit des Psychological Skills Trainings im Sport (PST) beim Personenkreis der hörbeeinträchtigten bzw. deaflympischen Athlet*innen. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich das PST auch im sog. Gehörlosensport effektiv zur Leistungsoptimierung umsetzen lässt. Hierzu werden drei Studien geplant: (1) Mittels TOPS-D1-Fragebogen (Schmid et al., 2010) wird die Häufigkeit des Einsatzes zentraler leistungsrelevanter psychologischer Techniken bzw. Fertigkeiten im Training und Wettkampf bei Kaderathlet*innen des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes (DGS) erfasst. (2) Parallel werden die im Spitzensport praktisch-psychologisch arbeitenden Sportpsycholog*innen mittels eines zu entwickelnden Online-Fragebogens nach den bisherigen Erfahrungen in der Betreuung deaflympischer Athlet*innen und etwaigen Problemen oder Besonderheiten befragt. (3) Das Herzstück des Projektes wird die qualitative Interviewstudie (Leitfaden-Interviews) von N=28 Athlet*innen und Trainer*innen des deutschen Gehörlosen-Spitzensports sein. Hier sollen im Wesentlichen die bekannten psychologischen Techniken (v.a. Aktivierung/Entspannung; Aufmerksamkeit bzw. Konzentration; Visualisierung bzw. Mentales Training im engeren Sinn; Selbstgespräch; Zielsetzung) aus der subjektiven Perspektive der Akteure des deaflympischen Sports analysiert werden. Insbesondere ist von Interesse, inwiefern die Techniken auch von hörgeschädigten Sportler*innen effektiv genutzt werden (können) bzw. welche Modifikationen als relevant erscheinen. Auch interessiert, ob die Techniken ggf. andere als die erwarteten Effekte hervorrufen bzw. ob es besondere Techniken für deaflympische Athlet*innen gibt.

Planung

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Das erste Jahr ist im Wesentlichen für die Durchführung der Studien (1) und (2) reserviert. Im zweiten Jahr wird überwiegend die Interviewstudie mit deaflympischen Athlet*innen und Trainer*innen durchgeführt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der drei Studien sollen die empirische Basis für ein optimiertes PST mit Spitzenathlet*innen mit Hörbeeinträchtigungen resp. deaflympische Sportler*innen liefern. Im Bereich der Wissenschaft ist selbstverständlich beabsichtigt, die Resultate auf nationalen und internationalen Kongressen (z.B. national: asp-Jahrestagung; DVS-Hochschultag; international: IFAPA-Kongress; EUCAPA-Kongress; FEPSAC-Kongress) vorzustellen und somit bekannt zu machen. Darüber hinaus sollten Publikationen erfolgen (mögliche Journals: The Sport Psychologist, TSP; Journal of Applied Sport Psychology, JASP). Hinsichtlich des Transfers in die Sportpraxis, sollte neben der anwendungsorientierten Rückmeldung anlässlich von Trainerfortbildungen des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes (DGS) auch die Kommunikation der Ergebnisse an im Spitzensport tätige Sportpsycholog*innen erfolgen. Dies sollte über die Adressdaten des BISp-Kontaktportals realisiert werden. Überdies bietet sich die Rückmeldung der Ergebnisse im Rahmen der Lehre Prof. Dr. Schliermanns im Master-Studiengang Angewandte Sportpsychologie der Universität Halle-Wittenberg an. Hier bestehen bereits enge Verbindungen aufgrund der Privatdozentur Schliermanns an der Philosophischen Fakultät 2 der Uni Halle. Ebenfalls ist eine Information der Resultate an die Verantwortlichen der asp-Fortbildungscurricula geplant.

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