Nahrungsergänzungsmittel im Sport: Ein experimenteller Zugang zur Erklärung, Vorhersage und Prävention des Konsums von kritischen Substanzen im Nachwuchsleistungssport mit Hilfe der Theorie der Zielsysteme

Sprache: Deutsch
Leiter des Projekts Prof. Dr. Brand, Ralf Universität Potsdam / Department Sport- und Gesundheitswissenschaften / Professur Sportpsychologie (Tel.: 0331/977-1040, ralf.brand at uni-potsdam.de)
Beteiligte Institutionen: Universität Potsdam / Department Sport- und Gesundheitswissenschaften / Professur Sportpsychologie (Forschungseinrichtung)
BMI/BISp (Aktenzeichen: 070301/15-16) (Finanzierung)
Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland (Kooperationspartner)
Projektlaufzeit: 03/2015 - 12/2016
Schlagworte: Doping; Freizeit- und Breitensport; Hochleistungssport; Leistungssport; Nachwuchsförderung; Nachwuchstraining; Nahrungsaufnahme; Nahrungsergänzungsmittel; Nahrungszusammensetzung; Prävention; Sportlernahrung
Erfassungsnummer: PR020150300068
Quelle: profi - Projektinformationssystem
Gespeichert in:

Zusammenfassung

Ziel des Projektes ist es wissenschaftliche Grundlagen zur Erklärung und Vorhersage des überflüssigen Gebrauchs von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) unter Leistungssportlern, vor allem im Nachwuchsbereich, zu schaffen. Im Lichte der Goal Systems Theory (GST; Kruglanski, et al. 2002) sind Ziele ("ends/goals"; hier: z.B. höhere Trainingsumfänge verkraften können) und damit verbundene Mittel der Zielerreichung ("means"; z.B. NEM) aneinander gekoppelt in einem mentalen System repräsentiert. Die strukturellen Verbindungen von Mitteln und Zielen ("means-end-relations") sowie die Zuweisung bestimmter mentaler Ressourcen (z.B. "social norm") für diese Relation bilden einen kognitiven Rahmen für motivationale Charakteristiken. Das Projekt projiziert die Grundannahmen der GST auf das Phänomen NEM-Konsum und prüft (hypothesengeleitet, experimentell) die Veränderbarkeit der maßgeblich verhaltensrelevanten Elemente ("means", "ends", "means-end relations"; "cognitive ressources: social norm", "uni-/equi-/multifinality in goal systems"). In Untersuchung 1 werden explizit und implizit "means-goals associations" identifiziert und deren relative Stärke bestimmt. In Untersuchung 2 werden in 3 Studien "means" (z.B. NEM-Alternativen), "goals" (z.B. konfligierendes Gesundheitsziele) und mentale Ressourcen (z.B. soziale Norm) experimentell manipuliert und in den jeweiligen Auswirkungen betrachtet. In Untersuchung 3 erfolgt eine Übersetzung der effektstärksten Manipulation in eine Intervention. Das Projekt zielt auf die Schaffung evidenzbasierter Vorschläge zur Prävention überflüssigen NEM-Gebrauchs bzw. des Konsums kritischer Substanzen unter Nachwuchsleistungssportlern (z.B. an den Eliteschulen des Sports oder in Fördereinrichtungen der Landessportverbände). Überdies resultieren konkrete Empfehlungen zu Kommunikationsstrategien und zur Gestaltung edukativer Maßnahmen, die von Stakeholdern (z.B. NADA, DOSB, OSPs) genutzt werden sollten, um den aktuellen Gebrauch von überflüssigen NEM unter Sportlerinnen und Sportlern einzudämmen.

© BISp 2018