Strömungsmechanische, biomechanische und trainingswissenschaftliche Untersuchung der Spritzerbildung beim Eintauchvorgang im Wasserspringen

Sprache: Deutsch
Leiter des Projekts Prof. Dr. Zschorlich, Volker Universität Rostock / Institut für Sportwissenschaft (Tel.: 0381 /4982746, volker.zschorlich at philfak.uni-rostock.de)
Mitarbeiter des Projekts Prof. Dr. Lames, Martin
Dr. Leder, Alfred
Beteiligte Institutionen: Universität Rostock / Institut für Sportwissenschaft (Forschungseinrichtung)
BMI/BISp (Aktenzeichen: 080501/01-02) (Finanzierung)
Eigenfinanzierung (Finanzierung)
Projektlaufzeit: 01/2001 - 12/2001
Schlagworte: Eintauchhaltung; Eintauchphase; Hochleistungssport; Leistungssport; Schwimmsport; Strömung; Videoeinsatz; Wassersport; Wasserspringen
Erfassungsnummer: PR020020300142
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Zusammenfassung

Forschungsproblem:
Die Spritzerbildung im Wasserspringen wird neben dem Schwierigkeitsgrad der Sprünge als wesentliches Element der Leistung angesehen. Sie ist ein für die Kampfrichter unmittelbar beobachtbares Gütekriterium.
Man unterscheidet in Primärspritzer, die beim Durchstoßen der Wasseroberfläche erzeugt werden, und Sekundärspritzer, die erst entstehen, wenn der Körper schon vollständig untergetaucht ist. Die Ursachen dieser Sekundärspritzer sind auf Strömungsvorgänge zurückführbar, bei denen sich großvolumige Gasblasen ausbilden, die sich von der Körperoberfläche ablösen und an die Wasseroberfläche aufsteigen. Sie bestehen aus Luft, die während des Eintauchvorganges in die Tiefe gerissen wird und aus Dampf, der durch sogenannte Kavitationsphänomene entsteht. Hierbei werden Blasen in Unterdruckregionen erzeugt. Der Erforschung des letzteren Problerns widmete sich in der Vergangenheit das Projekt "Eintauchtechnik", dessen Ergebnisse als Eingangsinformationen dem vorliegenden Antrag zugrunde liegen.
Die Fortsetzung dieser Bestrebungen zur Aufklärung der Spritzerbildung und des Eintauchvorganges sehen im Einzelnen folgende Aktivitäten vor:
1. Eine Weiterführung der strömungstechnischen Untersuchungen durch eine Ausdehnung auf ruckwärtsdrehende Techniken: Diese zeichnen sich durch weniger extreme Körperwinkel aus und sind zur umfassenden Darstellung der Sekundärspritzer-Problematik erforderlich. Vorzusehen sind hier Modellbau und Vermessungen des Strömungsfeldes mit der Laser-Doppler-Anemometrie.
2. Kinematische Analysen des Eintauchvorganges mit Hochfrequenz-Video-Aufnahmen: Wie Machbarkeitsuntersuchungen belegen, bieten diese Aufnahmen sowohl qualitative Möglichkeiten der Erkennung von Spritzerursachen als auch Möglichkeiten zur quantitativen Darstellung von Geschwindigkeiten und Strömungswiderstandsflächen.
3. Trainingswissenschaftliche Untersuchungen zur Relevanz der Spritzerbildung: Die Bedeutung der Spritzerbildung für die Gesamtbewertung im Wasserspringen soll durch eine umfassende dokumentaranalytische und wettkampfbeobachtende Studie erarbeitet werden. Fragen sind dabei die Rater-Abhängigkeit sowie die Art und die Schwierigkeit der Sprünge.

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