Scaphoidfraktur vom Typ C bei einem Elite-Kraftsportler

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Bibliographische Detailangaben
Englischer übersetzter Titel:C-type scaphoid fracture in an elite power lifter
Autor:Heckmann, A.; Lahoda, L.U.; Alkandari, Q.; Vogt, P. M. ; Knobloch, Karsten
Erschienen in:Sportverletzung, Sportschaden
Veröffentlicht:22 (2008), 2, S. 106-108, Lit.
Format: Literatur (SPOLIT)
Publikationstyp: Zeitschriftenartikel
Medienart: Gedruckte Ressource Elektronische Ressource (online)
Sprache:Deutsch
ISSN:0932-0555, 1439-1236
DOI:10.1055/s-2008-1027390
Schlagworte:
Online Zugang:
Erfassungsnummer:PU200809002986
Quelle:BISp

Abstract des Autors

Kraftsportverletzungen beinhalten meist Verletzungen der Schulter mit einer Inzidenz von 0,57 bis 0,71 / 1000 Stunden Training. Verletzungen des Handgelenks sind hingegen weniger bekannt. Sie treten bei Kraftsportlern mit 0,05 / 1000 Stunden im Vergleich zu 0,23 / 1000 Stunden bei Extremkraftsportlern auf. Die beiden folgenden Faktoren erhöhen die Verletzungsgefahr des Handgelenks: die Höhe des Gewichts sowie der Verlust des Gleichgewichts beim Bewegen des Gewichts. Wir berichten über einen Extremkraftsportler, der sich in der Abschlussphase seines Trainings zum dritten Weltmeistertitel im Bankdrücken befand. Bei der ambulanten Vorstellung berichtete er über seit 2 Monaten bestehende Schmerzen im rechten Handgelenk nach Hyperextensionstrauma durch eine nach dorsal verrutschte Langhantel mit einem Gewicht von 280 kg. Trotz der Verletzung trainierte er nach ein paar Tagen bereits weiter. Im CT zeigte sich schließlich eine Scaphoidfraktur vom Typ C nach Herbert und Fischer. Therapeutisch erfolgte eine Herbertschraubenosteosynthese in Kombination mit einem Beckenkammspan nach Matti-Russe sowie eine zwölfwöchige Immobilisation durch einen Kahnbeingips. Entgegen unserer Empfehlung, den Kraftsport aufzugeben, trainierte der Patient bereits mit Gips weiter. Es erfolgte nach 3 Monaten bei dislozierter Herbert-Schraube eine Revisionsoperation erneut nach Matti-Russe. 12 Monate später wurde der Athlet erneut Deutscher Meister mit 240 kg Langhantelgewicht. Aufgrund der schlechten Hämoperfusion des Scaphoidknochens und der hohen Rate an Komplikationen insbesondere bei Frakturen vom Typ C ist eine Operation mit einem Beckenkammspan in Kombination mit einer Herbertschraubenosteosynthese und einer langzeitigen Ruhigstellung mit Einschluss des Daumengrundgelenks heute Methode der Wahl. Zudem sind im Folgenden starke Belastungen des Handgelenks durch den Patienten zu vermeiden. Scaphoidfrakturen stellen bei Extremkraftsportlern eine Verletzung dar, die die sportliche Karriere beenden können. Verf.-Referat

Abstract des Autors

Power lifting injuries most often involve shoulder injuries with an injury rate of 0.57 to 0.71 / 1000 hours of power lifting. Wrist injuries are less common in power lifters with 0.05 / 1000 hours exposure vs. 0.23 / 1000 h in elite weight lifting men. Often, two contributing factors causing wrist injuries are encountered: a) loss of balance causing the barbell to drift back behind the head of the power lifter, which hyperextends the wrist, and b) the maximal weight. We report on an elite power lifting athlete preparing for the World Masters Bench press championships suffering two months of persisting pain during bench press exercise and rest in the snuff-box area following a loss of balance of the bar-bell during bench press with 280 kg load. Following prolonged presentation 2 months after the initial injury with training in the meantime, CT-scan was performed revealing a C-type scaphoid fracture. Surgery was performed as Herbert screw fixation and bone grafting according to the technique of Matti-Russe, followed by an immobilisation of twelve weeks with a plaster. We recommended ending the athletes' power lifting career, however he further exercised with the plaster with consecutive re-operation 3months later and 2nd Matti-Russe and Herbert screw re-do. One year later he became national champion with 240 kg bench pressing. Given the limited scaphoid blood supply and the high complication rate especially among C-type scaphoid fractures, a surgical procedure with bone grafting, Herbert screw fixation and sufficient plaster immobilisation is advocated in scaphoid fractures in elite athletes. Verf.-Referat